Cullmann LIMA 600+ Rucksack


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Naturfotografen – sind das nicht die oft in Kaki oder Tarnfarben gewandeten Zeitgenossen, die meist ganz früh, zumeist mit langem Teleobjektiv und Stativ »bewaffnet« durch Wälder und Felder streifen und stunden- oder sogar tagelang in winzigen Tarnverstecken ausharren, um Vögel, Rehe, Elche, Bären oder sonstiges Getier möglichst groß und scharf ins Bild zu setzen? Stimmt, genau die sind das – auch!
(Zitat aus: Digitale Fotopraxis – Naturfotografie von Hans-Peter Schaub)

Kein Wunder, dass Naturfotografen besondere Anforderungen an Taschen stellen. Viel Platz, möglichst schnellen Zugriff auf die Ausrüstung, ein Stativhalter, Regenschutz für schlechtes Wetter und Platz für Verpflegung.

Cullmann hat sich diesen Anforderungen angenommen und kürzlich einen neuen Rucksack auf den Markt gebracht, der nicht nur für Naturfotografen, sondern für jeden – vom Hobbyfotografen bis hin zum Profi – der eine große Ausrüstung im Gepäck haben möchte, von Interesse sein dürfte. Der LIMA 600+. Beworben mit den Schlagwörtern VENTILATION SYSTEM, COVER SYSTEM, QUICKACCESS SYSTEM, ATTACH SYSTEM, scheint der Rucksack einiges zu bieten. Mal sehen, was in ihm steckt!
Cullmann Lima 600+ Review

Für die Bereitstellung des LIMA 600+ Fotorucksackes möchte ich mich herzlich bei der CULLMANN Foto-Audio-Video GmbH bedanken!

Äußeres und Design

Bei Rucksäcken müssen Hersteller immer einen guten Kompromiss zwischen eckiger Außenkontur und schickem, rundlichen Design finden. Ersteres ermöglicht es, den Innenraum des Rucksacks besser für Ausrüstung nutzbar zu machen. Zweites bedient fast „nur“ den optischen Aspekt. Doch wem ist das Aussehen seiner Kameratasche völlig gleichgültig?

Bei Cullmann hat man sich jedenfalls für ein eher rundliches Design entschieden. Mit Außenmaßen von 33 × 27 × 44 cm³ (B × T × H) liegt der LIMA 600+ knapp über der, von vielen Fluggesellschaften vorgeschriebenen, Maximalgröße für Fluggepäck (20 × 40 × 55). Meist sind diese Vorgaben aber nicht so streng und es sollte kein Problem darstellen, den Rucksack im Handgepäck unterzubringen. Der Rucksack bringt ca. 1400 Gramm Leergewicht auf die Waage.

Optisch ist die LIMA-Serie (eine kleinere Variante namens LIMA 400 ist derzeit noch erhältlich) eher schlicht gehalten. Eine Kombination aus zwei dezenten Farben. Schwarz und ein Grau-Braunton, der je nach Lichteinfall in einer anderen Nuance schimmert. Lediglich die Rücken- und Schulterpolster heben sich in hellem Grau von diesem Design ab.

Das Tragesystem erinnert an Sportrucksäcke der Firma Deuter. Cullmann setzt auf das eigene sogenannte VENTILATION SYSTEM. Das bedeutet: das dicke und sehr flexible Rückenpolster ist zweigeteilt. So entsteht zwischen den beiden, links und rechts der Wirbelsäule aufliegenden, Polstern ein Freiraum, durch den die Luft zirkulieren kann. Genau wie die Rückenpolster sind auch die 70 mm breiten Schulterträger mit grauem Netzstoff überzogen. Für zusätzlichen Tragekomfort besitzt der LIMA 600+ einen Hüftgurt mit zusätzlichen Hüftpolstern sowie einen in der Höhe verstellbaren Brustgurt, die beide über stabile Kunststoff-Clips geschlossen werden. Schulterträger, Hüft- und Brustgurt besitzen alle einen großen Verstellbereich, so dass man den Rucksack leicht an den eigenen Körper anpassen kann. Besonders schön: Der Brustgurt ist nicht starr, sondern besitzt einen elastischen Bereich, was den Tragekomfort noch einmal erhöht.
Als zusätzliches Feature wurden an der Oberseite der Schulterträger noch weitere Verstellbereiche angebracht, so dass der Schwerpunkt des aufgesetzten Rucksacks in vertikaler Richtung am Rücken verschoben werden kann.

An beiden Schulterträgern ist jeweils eine Schlaufe angenäht. Dieses sogenannte ATTACH SYSTEM ermöglicht es optionale Taschen für die schnelle Zugänglichkeit an den Schultergurten zu befestigen. Objektive, Handy oder anderes Zubehör sind so schneller Griffbereit.

An der Oberseite des Rucksacks ist ein quer verlaufender Handgriff angebracht. Dieser ist nur leicht gepolstert.

An den Seiten der Tasche ist jeweils ein Netzfach mit Gummizug angebracht, in das beispielsweise Getränkeflaschen eingesetzt werden können.

Ganze vier Reißverschlussfächer sind von der Außenseite zugänglich. Die Reißverschlüsse zu Laptop- und Kamerafach sind mit großen Laschen verdeckt ausgeführt. Die übrigen Reißverschlüsse liegen ebenfalls nicht offen, werden aber nur leicht verdeckt.

Der Reißverschluss des Hauptfaches besitzt ein kleines Extra. Die beidseitig angebrachten Klettverschluss-Stopper ermöglichen ein Öffnen des Hauptfaches nur so weit, dass lediglich auf den oberen Bereich – in dem beispielsweise die Kamera untergebracht ist – zugegriffen werden kann. So ist ein schnelles Herausnehmen der Kamera, ohne den Rucksack abstellen oder ablegen zu müssen und ohne ein Herausfallen des restlichen Inhaltes zu riskieren, möglich.

Von außen ist weiterhin eine Durchführung für Kopfhörer zu sehen. Dadurch kann die Musik eines im vorderen Fach verstauten MP3-Players auch beim Tragen des Rucksacks verwendet werden. Eventuell wäre eine Kabelführung an der Seite und an den Schulterträgern hier noch wünschenswert, diese würde ein Absetzen des Rucksackes bei Verwendung der MP3-Option des Rucksackes außerdem erleichtern, da das lange Kabel der Kopfhörer dadurch nicht herumbaumeln würde.

Die Reißverschluss-Schieber des Hauptfaches lassen sich zum Schutz vor Diebstahl mit einem kleinen Vorhängeschloss verbinden. Vor Stößen und Hitze soll das dicke und hochwertige Außenmaterial schützen. Das Außenmaterial selbst ist leicht wasserabweisend. Dennoch sollte der Rucksack keinen direkten Regenschauern ausgesetzt sein. Das muss er aber auch gar nicht. Für den Schutz vor Nässe und Feuchtigkeit liefert Cullmann eine Regenhülle mit, die über den Rucksack gestülpt werden kann und dank eingenähtem Gummizug eng abschließt. Die Hülle ist zusammengefaltet in einer kleinen Tasche an der unteren Rückseite des Rucksackes verstaut. Leider ist die Regenhülle etwas groß ausgeführt, weswegen sie leicht über die hinteren Kanten des Rucksackes rutscht und das Tragesystem so behindert. Eine etwas kleinere Regenhülle würde dieses Problem beheben.

An der Unterseite des Rucksackes vermisst man Standfüße oder ein besonders rutschfestes und strapazierfähiges Material. Hier kommt das selbe Material wie auf der gesamten Außenseite zum Einsatz.

Bei anderen Herstellern ist es teures Zubehör, bei Cullmann wird der Stativhalter serienmäßig in den Rucksack integriert. In den LIMA 600+ kann an der Vorderseite ein kleines Dreibein- oder normales Einbeinstativ in eine Lasche aus Leder eingesetzt werden. Über einen Kunststoff-Clip im oberen Bereich wird das Herauskippen des Statives verhindert. Laut Hersteller ist der Stativhalter bis maximal 2 kg belastbar.

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  1. #1 von Hardy am 5. Juli 2013 - 14:18

    Vielen Dank das Du Dir die Mühe machst, und die Rücksäcke, in meinem Fall Cullmann Lima Backpack 600, so ausführlich darstellst, um einem die Kaufentscheidung zu erleichtern.

    Gruß Hardy

(wird nicht veröffentlicht)